Ausstellung  "Prohlis, Palitzsch und Planeten"

Kapitel 1: Ortsgeschichte

Die Gegend um Prohlis hat eine 7000jährige Besiedlungsgeschichte. Spuren von dutzenden Langhäusern und vier Kreisgrabenanlagen aus der Jungsteinzeit zeugen davon. Wo später viele hundert Jahre lang das von Slawen gegründete Dorf existierte, steht heute das gleichnamige Wohngebiet in Plattenbauweise aus den 1970er Jahren der DDR. Alternative Planungen, das Dorf in das Neubaugebiet zu integrieren, konnten nicht verhindern, dass es fast vollständig überbaut wurde. Diese drei Zeitebenen – Besiedlung, Dorf und Neubaugebiet – beschreiben nicht nur die Ortgeschichte, sie bilden darüberhinaus den Hintergrund für tiefergehende Fragen nach der Lebensweise der Menschen heute.

Foto: Blick in die Ausstellung

Foto der Ausstellung von innen

Kapitel 2: Johann George Palitzsch

Der Nachlass des Bauerastronomen Palitzsch ist äußerst spärlich. Das Wenige unserer Sammlung zeigen wir in einem inszenierten Studierzimmer mit Bezügen zur Gegenwart. Eine hinterleuchtete Karte (Sächsische Meilenblätter) zeigt die kleine Stadt Dresden um 1780 mit seiner detailgenau dargestellten dörflichen Umgebung. Überwölbt wird dieser Raum durch die Kuppel unseres digitalen Planetariums. Gerade Palitzschs Selbstverständnis als im Glauben verwurzelter Bauer und Forscher stellt Fragen nach der Gewichtung von Tradition und Fortschritt heute.

Foto: Gemälde Palitzschs von Anton Graff, SKD

Foto von Johann George Palitzsch

Kapitel 3: Astronomie

Palitzschs Beschäftigung mit der Sternenkunde lenkt den Blick auf die Grundlagen der Astronomie. Dazu gehört die Frage, wie unser Sonnensystem entstanden ist. Weil Kometen unverändertes Material aus seiner Entstehungszeit bergen, spielt ihre Erforschung eine große Rolle. Neben einem Exkurs zur Kulturgeschichte unseres astronomischen Weltbildes, können die Besucher sich über den aktuellen Stand der Kometenforschung informieren. Hauptattraktion ist ein digitales Planetarium (Anmeldung erforderlich), das Einblicke in die Dynamik unseres Sonnensystems gibt.

Foto: Planetarium, David Brandt

Foto des Planetariums im Palitzsch Museum